
Die anderen 590
Neben Apis mellifera leben in Deutschland rund 590 Wildbienenarten. Die meisten leben allein — und die meisten stehen auf der Roten Liste.
Die Honigbiene ist ein Haustier mit Betreuung. Wildbienen sind es nicht: Sie leben überwiegend solitär, jedes Weibchen baut und versorgt sein eigenes Nest, ohne Volk und ohne Vorräte für den Winter.
Rund drei Viertel der Arten nisten im Boden, in offenen, warmen Sandflächen und Abbruchkanten. Der Rest nutzt Hohlräume in Totholz, Stängeln oder Schneckenhäusern — Nisthilfen erreichen also nur eine Minderheit.
Viele Arten sind oligolektisch: Sie sammeln Pollen nur an wenigen Pflanzengattungen. Fehlt die Pflanze, fehlt die Biene — unabhängig davon, wie viele Nisthilfen hängen.
Wo Wildbienen nisten
Anteil der Arten nach Nistweise, Richtwerte für Mitteleuropa.Ein Insektenhotel ersetzt keine Sandfläche und keine Blüte.
Wirksamer Schutz heißt: offene Bodenstellen zulassen, heimische ungefüllte Blüten über die ganze Saison, Mahd in Etappen, keine Totalräumung im Herbst.
Und: Honigbienenvölker in Ballungen können Wildbienen Nahrung entziehen. Imkerei ist Nutztierhaltung, nicht automatisch Artenschutz — beides braucht eigene Maßnahmen.


